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WAS IST EIN ÖFFENTLICH BESTELLTER UND VEREIDIGTER SACHVERSTÄNDIGER?

Es ist ein Sachverständiger, der durch eine öffentlich-rechliche Institution wie zum Beispiel die Handwerkskammer (HWK), Industrie- und Handelskammer (IHK), eine Landwirtschaftskammer oder Architekten- oder Ingenieurskammer öffentlich bestellt und vereidigt wurde. Hierbei musste der Bewerber bei der bestellenden Institution ein offizielles Bestellungsverfahren sowie einen anspruchsvollen Nachweis über seine besondere Sachkunde durchlaufen, mit dem die persönliche und fachliche Eignung zur Erstellung von Gutachten sowie die überdurchschnittliche fachliche Qualifikation nachgewiesen werden mussten. Dies bedeutet, dass eine besondere Sachkunde, Unabhängigkeit, Objektivität und Vertrauenswürdigkeit durch den öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen gegeben ist.

WIE ERKENNT MAN EINEN ÖFFENTLICH BESTELLTEN UND VEREIDIGTEN SACHVERSTÄNDIGEN?

  • An der Bezeichnung "öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger". Die Bezeichnung ist gesetzlich geschützt. Die missbräuchliche Verwendung dieses Titels ist strafbar.
  • An dem Rundstempel (Kammer-Rundstempel, darf nur von dem öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen benutzt werden).
  • An dem offiziellen Ausweis, der auf Verlangen vorgezeigt werden muss. In dem Ausweis sind Personalien, Bestellungsbehörde und Sachgebiet angegeben.

PFLICHTEN DES ÖFFENTLICH BESTELLTEN UND VEREIDIGTEN SACHVERSTÄNDIGEN

  • Gewissenhafte Aufgabenerfüllung
  • Höchstpersönliche Gutachtenerstattung
  • Objektivität und Neutralität
  • Verpflichtung zur Gutachtenerstattung
  • Führung der Bezeichnung "öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger"
  • Schweigepflicht
  • Permanente Weiterbildung/Fortbildung

AUFGABENGEBIET DES ÖFFENTLICH BESTELLTEN UND VEREIDIGTEN SACHVERSTÄNDIGEN DER HANDWERKSKAMMER.

  • Erstattungen von Gutachten über Waren, Leistungen und Preise von Handwerkern.
    In der Regel ist mithilfe des Sachverständigen festzustellen, ob eine unter den Parteien strittige Handwerkerleistung mangelfrei ist oder ob sie einen Mangel aufweist.
  • Begutachtung einer Handwerkerarbeit mit dem Ziel festzustellen, ob sie dem Vertrag entspricht oder davon abweicht, gegebenenfalls in welchen einzelnen Punkten.
    - Sofern eine Abweichung vorliegt, ist zu prüfen, ob sie innerhalb der Toleranzen liegt oder ob es sich hierbei um einen Mangel handelt?
    - Sofern ein Mangel vorliegt, ist festzustellen, auf welchem Weg bzw. mit welchem Aufwand sich der Mangel beheben lässt?
    - Sofern der Mangel nicht mit vertretbarem Aufwand zu beseitigen ist, ist zu prüfen, wie hoch der Minderwert ist, um sodann die Höhe der fehlerhaft bleibenden Arbeit anzusetzen..
  • Feststellung der Ursache eines Mangels oder Schadens.
  • Sofern keine Preisvereinbarung getroffen wurde, Überprüfung der Handwerkerrechnung, inwieweit sich die Preise im ortsüblichen Rahmen bewegen, oder gegebenenfalls, oder eventuell die Grenze als überhöht einzustufen ist.
  • Mitwirkung bei der Abnahme einer Handwerkerleistung.
  • Beratungstätigkeit für Verbraucher in nichtstrittigen Fällen (z.B. über Vorteile, Nachteile, Eigenschaften).
  • Vermittlung und Schlichtung in Streitfällen, falls im außergerichtlichen Streit beide Seiten darum bemüht sind, den Streit aktiv zu beenden.
  • Erstellung von Gerichtsgutachten.
  • Erstellung von Privatgutachten.
  • Erstellung von Schiedsgutachten.

KOSTEN FÜR DIE ERSTELLUNG EINES GUTACHTEN

Für die Sachverständigentätigkeit gibt es bis auf wenige Ausnahmen wie z.B. die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure oder das Justizvergütungs- und Entschädigungsgesetz JVEG für die Tätigkeit bei Gericht keine Gebührenordnung. Aus diesem Grund sollte vor Auftragserteilung bei einer außergerichtlichen Beauftragung das Honorar ausgehandelt werden. Der Stundensatz hängt in der Regel vom Sachgebiet und Schwierigkeitsgrad des Gutachtens ab. Nebenkosten und Mehrwertsteuer werden gesondert aufgeführt.

Bei der Beauftragung durch Gerichte beträgt der Stundensatz zwischen 50,00 € und 95,00 €. Der genaue Stundensatz richtet sich nach dem Sachgebiet gemäß Justizvergütungs- und Entschädigungsgesetz (JVEG). Gemäß der Anlage 1 des JVEG fällt das Sachgebiet Kraftfahrzeugschäden und Bewertung in die Honorargruppe 6. Die Honorargruppe 6 wird mit einem Betrag von 75,00 € (je Stunde zzgl. der gesetzlichen MwSt.) vergütet.

HAFTUNG DES ÖFFENTLICH BESTELLTEN UND VEREIDIGTEN SACHVERSTÄNDIGEN

Auch ein öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger ist nicht immer fehlerfrei. Für Fehler in seinem Gutachten muss er einstehen. Bei einem privaten Auftrag muss er Fehler in seinem Gutachten nachbessern oder einer Honorarkürzung zustimmen. Sofern er einen Mangel im Gutachten schuldhaft verursacht hat, haftet er auch für Folgeschäden, die aus der Verwendung des Gutachtens entstehen. Unter dem Begriff "schuldhaft" ist zu verstehen, dass der Sachverständige nicht die notwendige Sorgfalt an den Tag gelegt hat. Die Haftung ist von dem Inhalt eines Gutachtenauftrages bzw. der schriftlichen Vereinbarung zwischen dem Sachverständigen und dem Auftraggeber abhängig. Der Sachverständige hat in der Regel für solche Fälle eine Haftpflichtversicherung vorzuhalten.

Bei einem Gerichtsauftrag gelten andere Haftungsregeln, die in § 839a BGB gesetzlich geregelt sind. Der Sachverständige muss hierbei Schadenersatz leisten, wenn er vorsätzlich oder grob fahrlässig ein fehlerhaftes Gutachten erstattet hat, auf dem eine fehlerhafte gerichtliche Entscheidung beruht.

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